Zum Inhalt springen
22.07.2026

Komplexe Nahrungsnetze sichern die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen

Internationale Studie in „Nature“ mit LIB-Beteiligung
 Das Foto zeigt eine räuberische Bodenmilbe und einen Pauropoden (Zwergfüßer)
Nahrungsnetze prägen die Funktionsweise von Ökosystemen. Das Foto zeigt eine räuberische Bodenmilbe und einen Pauropoden (Zwergfüßer), der sich von Pilzen und abgestorbenem organischem Material ernährt.
News Forschung Wissensvermittlung

Gesunde Ökosysteme brauchen nicht nur viele Arten. Entscheidend ist auch, wie diese Arten miteinander vernetzt sind. Ein internationales Forschungsteam zeigt im renommierten Journal „Nature“, dass komplexe Nahrungsnetze die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen maßgeblich stärken. An der Publikation war Dr. David Ott vom LIB beteiligt.

Das Forschungsteam analysierte 318 Datensätze zu Nahrungsnetzen aus Meeres-, Süßwasser- und Bodenökosystemen, in denen zahlreiche Arten und ihre Fressbeziehungen erfasst sind. Dabei untersuchte es, wie Arten aus verschiedenen Ebenen des Nahrungsnetzes – von Pflanzen und Algen an der Basis über Pflanzenfresser bis hin zu Räubern auf höheren Ebenen – zusammenwirken und wie sich ihre Vielfalt auf wichtige Funktionen von Ökosystemen auswirkt. Anders als viele frühere Arbeiten, die sich auf einzelne Organismengruppen oder wenige Systeme konzentrierten, betrachtet die Studie erstmals die Komplexität ganzer Nahrungsnetze im bislang größten Umfang.

Die Ergebnisse zeigen: Mit zunehmender biologischer Vielfalt steigt auch die Leistungsfähigkeit von Ökosystemen. Besonders wichtig ist dabei die Vielfalt räuberischer Arten. Sie übernehmen unterschiedliche ökologische Rollen und ergänzen sich in ihren Funktionen. Dadurch werden Prozesse wie die biologische Schädlingskontrolle, Energieflüsse und die Stabilität von Ökosystemen gestärkt. Entscheidend ist somit nicht allein die Zahl der Arten, sondern auch die Vielfalt ihrer Wechselwirkungen innerhalb des Nahrungsnetzes.

Die Studie entstand im Rahmen eines weltweiten Forschungsnetzwerks unter Leitung der University of Waikato (Neuseeland) sowie des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle–Jena–Leipzig.

„Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, den Schutz der biologischen Vielfalt nicht nur auf einzelne Arten zu fokussieren. Ebenso wichtig ist es, die ökologischen Beziehungen zwischen ihnen zu verstehen und zu erhalten, denn sie bilden die Grundlage funktionierender und widerstandsfähiger Ökosysteme“, erklärt Dr. David Ott vom LIB.

Insbesondere der Verlust von räuberischen Arten kann weitreichende Folgen für natürliche Prozesse haben kann. Neben der Artenvielfalt sollte für den Biodiversitätsschutz demnach auch die Komplexität ökologischer Netzwerke stärker berücksichtigt werden.

Originalpublikation:

Barnes, A.D., Brose, U., Eisenhauer, N. et al. Food web complexity underlies biodiversity effects on ecosystem functioning. Nature (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-026-10710-5

 

Bild: © Andy Murray | Nutzung nur im Zusammenhang mit dieser Meldung

Wissenschaftliche Ansprechperson

Dr. David Ott

  • Sektionsleiter Experimentelle & Angewandte Ökologie
  • Leitung Ökologisches Labor
  • (zbm Einrichtungen, Freilandflächen, zukünftige Feldstation)

Tel.: +49 228 9122 452
E-Mail: d.ott@leibniz-lib.de

Pressekontakt

Dr. Franziska Ahnert-Michel

  • Referentin crossmediale Kommunikation

Tel.: +49 40 238317 909
E-Mail: f.ahnert-michel@leibniz-lib.de

Datenschutz­einstellungen
Diese Seite nutzt Cookies und Elemente Dritter, um Ihnen bestimmte Funktionen und ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite unbedingt notwendig sind, Cookies zur anonymen statistischen Analyse/Messung sowie die Einbettung von externen Diensten, deren Verwendung Sie vor der Nutzung zustimmen müssen. Weitere Informationen finden Sie unten bei den Hinweisen zu den einzelnen Funktionen sowie ausführlich in unseren Datenschutzhinweisen.
Diese Cookies sind notwendig, um die Basisfunktionen unserer Webseiten zu ermöglichen.
Diese Einwilligung erlaubt es Ihnen externe Inhalte (via IFrame) anzusehen.
Diese Einwilligung erlaubt es Ihnen eingebettete Videos anzusehen.
Seitenaufrufe werden zu anonymen statistischen Zwecken mit Matomo erfasst, um unsere Website stetig zu optimieren. Die IP-Adresse des Besuchers wird anonymisiert.
Marketing-Cookies von Google/Meta werden verwendet, um personalisierte Werbung anzuzeigen. Dies geschieht durch die Verfolgung der Besucher über Websites hinweg.
Einstellungen gespeichert