Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) bekräftigt angesichts der aktuellen politischen Diskussion die Bedeutung eines neuen Naturkundemuseums für Hamburg. Das Vorhaben ist im Staatsvertrag zwischen der Hansestadt und dem Land Nordrhein-Westfalen festgeschrieben, unabhängig von einem konkreten Standort.
Hamburg bekommt ein neues Naturkundemuseum. So ist es im Staatsvertrag zwischen der Hansestadt und dem Land Nordrhein-Westfalen zur Gründung des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels festgeschrieben. Die aktuellen Diskussionen um Standort und Finanzierung ändern nichts an der grundsätzlichen Bedeutung und Notwendigkeit des Vorhabens.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat die Verpflichtung aus dem Staatsvertrag und dem entsprechenden Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft bekräftigt. Auch Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal bekennt sich klar zur Umsetzung des 2021 gefassten Beschlusses.
„Ein Naturkundemuseum ist kein Luxus für Hamburg. Es ist ein wichtiger Bildungsort für die Bürgerinnen und Bürger und wichtig für Hamburg als Standort für Spitzenforschung“, betont Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Misof, Generaldirektor Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels. „Ein integriertes Forschungs-museum vereint Forschung, Sammlungen, Ausstellungen und Bildungsangebote unter einem Dach und erschafft so einen Ort des Lernens, der Inspiration, des aktiven Austausches und Handelns zum Erhalt der Natur – unserer Lebensgrund-lage. Entscheidend ist also, wo und nicht ob es einen Ort für das neue Naturkundemuseum geben wird.“
Mit dem Museum der Natur Hamburg ist das LIB bereits heute mit einem Forschungsmuseum im Grindelviertel präsent. Doch die Ausstellungen gelangen mit 120.000 Besuchenden jährlich an ihre Kapazitätsgrenze und können die räumlichen und inhaltlichen Anforderungen an ein modernes Forschungsmuseum nicht mehr erfüllen. Misof: „Nur ein Neubau oder adäquates alternatives Gebäude macht es möglich, Hamburgerinnen und Hamburgern die Folgen des Biodiversitätswandels näher zu bringen und sie in einen Dialog zum Erhalt der Biodiversität einzubinden.“
Auch die wissenschaftlichen Sammlungen und die Biodiversitäts- und Evolutionsforschung benötigen zeitgemäße Bedingungen. Die angemessene Unterbringung der wertvollen über zehn Millionen Sammlungsobjekte wurde bereits 2008 vom Wissenschaftsrat angemahnt. Eine zeitgemäße Infrastruktur für die Biodiversitäts- und Evolutionsforschung im Bereich Zoologie, Geologie-Paläontologie und Mineralogie ist längt überfällig.
Misof: „Hamburg braucht das neue Museum. Die Anforderungen für die weitere Planung wurden gemeinsam mit der Stadt definiert. Sie bilden die Grundlage, um weitere Standortoptionen zu prüfen und die Planungen für das neue Naturkundemuseum konsequent voranzutreiben.“
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