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Biokulturelle Sammlung, Hamburg

Verhältnis Mensch und Natur 

Die biokulturelle Sammlung vereint über 43.000 zoologische und botanische Präparate, Werkzeuge und Alltagsgegenstände verschiedener Zeiten und Gemeinschaften und schriftliche Dokumente. Sie spiegeln das Verhältnis unterschiedlicher kultureller Gemeinschaften in der Vergangenheit und Gegenwart wider. Diese Sammlung bietet Reflektionsansätze zum kulturellen Gedächtnis von Gesellschaften, zur Biodiversität und zur ethischen Sammelpraxis. Die Objekte werden für die interdisziplinäre Forschung sowie für die Jugend- und Erwachsenenbildung genutzt. Mit diesem Ansatz besetzt das LIB in der deutschsprachigen Museumswelt die Vorreiterrolle.

Objekte im Spiegel der Zeit

Das Material stammt überwiegend aus Hamburger Schulsammlungen, die in den vergangenen 20 Jahren aufgelöst wurden, sowie aus privaten Schenkungen und Beschlagnahmungen durch den Zoll. Die Objekte erzählen durch die Art der Präparation über die Nutzung von Tiergruppen, über gesellschaftliche Werte und Rollenbilder, über Wissen und Wahrnehmung. Ein und dieselbe Tierart kann je nach kulturellem Hintergrund mal als Gott, Nahrung, treuer Gefährte oder verachtete Kreatur betrachtet werden.

Umgang mit gefährdeten Arten

Für Präparate der traditionellen chinesischen Medizin, für Jagdtrophäen, Modeprodukte aus Leder, Pelz oder Elfenbein oder andere Materialen für den täglichen Gebrauch werden häufig geschützte Tierarten getötet. Anhand der Sammlungsobjekte lassen sich die Nutzungen ablesen und Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten ableiten. 

Bestandteile der Biokulturellen Sammlungen

  • Die Museumspädagogische Sammlung wird als Anschauungsmaterial bei Führungen und für Bildungsprogramme im Museum eingesetzt. Sie bietet unschätzbare Möglichkeiten insbesondere als direkte, sinnliche Erfahrung, die die langfristige Wirksamkeit von Lernprozessen fördert.

  • Die Artenschutzsammlung umfasst vom Zoll beschlagnahmte und stark bearbeitete Produkte wie Handtaschen, Pelze artgeschützter Tiergruppen, Elfenbeinobjekte oder Produkte der traditionellen chinesischen Medizin. Eingesetzt werden die Produkte bei Bestimmungsübungen mit Zollmitarbeitenden und bei anderen Veranstaltungen zum Artenschutz.

  • Die Themensammlung zeigt Produkte für Inszenierungen in der Ausstellung, wie Souvenirs vom Walfängerschiff Olympic Challenger, Fotos oder Kunstobjekte.

  • Die Bibliothek beinhaltet Literatur zu Themen der Ausstellung, zum Artenschutz und zum Verhältnis Mensch und Natur, Fachzeitschriften sowie Bestimmungsliteratur.

  • Die Präparationssammlung enthält Arbeitsmodelle, Totenmasken und Formen, darunter teilweise historisches Material aus dem ehemaligen Naturhistorischen Museum Hamburg vor 1943.

  • Die Modellsammlung beinhaltet Präparate wie Modelle und Kleinplastiken sowie Repliken, darunter Nachbildungen und Abgüsse von Tieren, weiterhin Biologiemodelle aus Schul- und Universitätssammlungen sowie Quellen zum Lehrmittelhandel in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert.

Ansprechperson

Daniel Bein

  • Kurator Biokulturelle Sammlung

Tel.: +49 40 238317 925
E-Mail: d.bein@leibniz-lib.de

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