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28.08.2025

Bunt und raffiniert – So vielfältig sind Meeresschnecken!

Eine der zwei neuen Arten von Warzenschnecken: Phyllidia fontjei
Forschung Museum Koenig Bonn

Meeresschnecken sehen nicht nur faszinierend aus – viele können sich auch mit Giftstoffen verteidigen! Ein internationales Team von Forscherinnen hat jetzt in Nordsulawesi, Indonesien, zwei neue Arten von sogenannten Warzenschnecken entdeckt. Ihre Beschreibung zeigt die reiche biologische Vielfalt im Indopazifik. Citizen-Science-Plattformen und Fotos vieler Meeresfreunde haben die wissenschaftliche Arbeit unterstützt.

Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Indonesien und Wales haben zwei neue Arten von Meeresschnecken aus Nord-Sulawesi, Indonesien, beschrieben: Phyllidia ovata und Phyllidia fontjei. Prof. Dr. Heike Wägele vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels in Bonn ist eine der fünf Forscherinnen, die dazu in der frei zugänglichen Fachzeitschrift ZooKeys eine Studie veröffentlicht haben. 

Besondere Kennzeichen: Giftstoffe und Warnfarben 
Die Warzenschnecken aus der Familie der Phyllidiidae leben im Indopazifik. Bei Forschenden und Naturliebhabenden sind sie für ihre leuchtenden Warnfärbungen bekannt. Doch sie besitzen noch weitere bemerkenswerte Eigenschaften: Sie ernähren sich von Schwämmen und nutzen die Giftstoffe ihrer Beute dann für ihre eigene Verteidigung.

„Die Nacktschnecken haben im Laufe von Jahrmillionen sehr viele verschiedene biologische Phänomene entwickelt. Zum Beispiel die Einlagerung von Nesselkapseln von Quallen oder chemischen Substanzen, um sich zu verteidigen. Deshalb können wir sehr viel aus ihrer Evolution lernen“, so Heike Wägele.
In Nord-Sulawesi sind etwa 350 Arten von Meeresschnecken dokumentiert worden, von denen etwa 100 noch nicht offiziell beschrieben sind. Nun wurden zwei farbenprächtige Arten, die deutlich seltener sind als die meisten ihrer Verwandten, benannt und beschrieben.

Das Muster dieser Schnecke erinnert an Eier: Phyllidia ovata

Von Japan über Malaysia bis nach Australien
Phyllidia ovata wurde in Anlehnung an ihr einzigartiges Aussehen benannt. Diese Schnecke hat ein Muster, das in Form und Farbe an das Aussehen von Eiern erinnert. Sie ist etwa fünf Zentimeter lang. Die Schnecke wurde in den letzten 23 Jahren mehrfach von begeisterten Unterwasserfotografinnen und -fotografen in Indonesien, Japan, Taiwan, auf den Philippinen und in Australien fotografiert, aber erst jetzt als neue Art für die Wissenschaft anerkannt. Diese außergewöhnliche Warzenschnecke hat damit nun endlich einen Namen erhalten.  
 

Phyllidia fontjei ist nach Dr. Fontje Kaligis benannt, einem verstorbenen indonesischen Forscher, der eng mit dem LIB verbunden war und sich stark für die internationale Forschungszusammenarbeit einsetzte. So hat Kaligis maßgeblich dazu beigetragen, das Wissen über die Artenvielfalt in Nordsulawesi zu verbessern. Phyllidia fontjei ist mit einer dokumentierten Größe von maximal 16 Millimetern eine kleine Warzenschneckenart und schwer zu finden. Dennoch wurde sie im Ozean von Indonesien und Malaysia und in der Andamanen-See im Indischen Ozean fotografiert. Diese Art wurde auf der Grundlage eines einzigen Referenztieres beschrieben, das die Wissenschaftlerinnen als Holotypus bezeichnen. 

So wichtig ist Citizen-Science
Die Entdeckungen dieser Meeresschnecken wurden zu einem großen Teil durch Menschen ermöglicht, die keine formale wissenschaftliche Ausbildung haben, sich aber leidenschaftlich für die Dokumentation und den Schutz der Vielfalt der Erde einsetzen. Fotos und Daten, die auf Citizen-Science-Plattformen wie iNaturalist, in sozialen Medien wie Facebook und speziellen Schnecken-Communities wie NudiPixel und dem inzwischen aufgelösten Sea Slug Forum gepostet wurden, lieferten den Forschenden entscheidende Informationen. Sie waren wichtig für die Identifizierung dieser Nacktschnecken, die neu für die Wissenschaft sind. Sie helfen zudem die geografische Verbreitung der Tiere realistisch einzuschätzen, auch wenn nur wenige Exemplare zur Untersuchung zur Verfügung stehen.

„Wir alle nutzen diese Plattformen in vielen verschiedenen Bereichen der Taxonomie, da sie nützliche Aufzeichnungen liefern, wenn die Arten unverwechselbar sind, und das schon seit mehr als zwei Jahrzehnten“, sagt Dr. Nathalie Yonow von der Swansea University, eine der Autorinnen der Studie.

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