Neues zukunftsweisendes Leibniz-Lab zur Pandemiebekämpfung

Der Schwund der Biodiversität und die zunehmende Nähe zwischen Wildtieren und Menschen begünstigt Pandemien. Der Schutz von natürlichen Lebensräumen und die Regulierung des Wildtierhandels helfen, das Risiko von Pandemien zu verringern. © Wikimedia

 

Das neue Leibniz-Lab „Pandemic Preparedness: One Health, One Future” verknüpft exzellente inter- und transdisziplinäre Forschung aus 41 Leibniz-Instituten. Auch das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) bringt hier seine Expertise zur Biodiversitätsforschung ein. Im Lab kooperieren Erreger-orientierte Wissenschaften (Virologie, Bakteriologie, Mykologie und Immunologie) zusammen mit weiteren Lebenswissenschaften wie der Ökologie erstmals deutschlandweit mit Gesundheitstechnologien, der Gesundheitsökonomie und der Bildungsforschung. 

Dieses neue Instrument der Leibniz-Gemeinschaft wird für drei Jahre mit drei Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, zur Vorbereitung, Prävention und Reaktion auf künftige Pandemien die Forschungsarbeiten auf den genannten Gebieten zu bündeln und das erworbene Wissen politisch Verantwortlichen in Form evidenzbasierter Handlungsempfehlungen zur Verfügung zu stellen.

Prof. Dr. Bernhard Misof, Generaldirektor des Leibniz-instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) und Mitglied des Lenkungsausschusses im Leibniz-Lab Pandemic Preparedness:

„Durch den fortschreitenden Schwund der Biodiversität und die zunehmende Nähe zwischen Wildtieren und Menschen steigt die Gefahr für Pandemien enorm an. Wir zerstören Lebensräume aktiv durch Nutzung, indirekt durch unsere Beiträge zur Klimadestabilisierung und durch unsere bewusste oder versehentliche Einfuhr invasiver Tier- und Pflanzenarten. Dies bewirkt dramatische Veränderungen in unserer Umwelt auch mit einer Ausbreitung neuer potentieller Krankheitserreger. Maßnahmen wie der Schutz von natürlichen Lebensräumen, die Regulierung des Wildtierhandels können dazu beitragen, das Risiko von Pandemien zu verringern. Im Labor wollen wir natürliche Reservoire von potentiellen Krankheitserregern analysieren und Modelle zukünftiger Gefahren und deren Vermeidung entwickeln.“

Prof. Dr. Gülşah Gabriel, Leiterin der Abteilung Virale Zoonosen-One Health am Leibniz-Institut für Virologie und Sprecherin des Leibniz-Labs Pandemic Preparedness:

„Im Leibniz Lab werden wir deutschlandweit einmalige Kompetenz der Leibniz-Institute zur Erforschung von respiratorischen Erregern (Viren, Bakterien und Pilzen) und deren Einfluss auf den akuten Krankheitsverlauf sowie möglichen Langzeitkonsequenzen zusammenbringen. Diese Wissensbündelung war schon längst fällig, wenn man bedenkt, dass die meisten Pandemien in der Vergangenheit durch respiratorische Erreger, vor allem Influenzaviren, ausgelöst wurden.“

Außerdem ist das LIB an dem weiteren neuen Leibniz-Lab „Systemische Nachhaltigkeit“ beteiligt und strebt die Umsetzung systemischer Lösungen zu der Frage an, wie wir Biodiversität und Klima effektiv schützen und gleichzeitig eine widerstandsfähige Landwirtschaft zur sicheren Ernährung erreichen können.

Mehr hierzu: LIB an neuem Leibniz-Lab „Systemische Nachhaltigkeit“ beteiligt

 

Kontakt LIB beim Leibniz-Lab „Pandemic Preparedness:

Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB)
Prof. Dr. Alexander Suh
Leitung Zentrum für Molekulare Biodiversitätsforschung
a.suh@leibniz-lib.de
+49 (0)228 9122 289

Kontakt LIB beim Leibniz-Lab „Systemische Nachhaltigkeit“:

Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB)
Dr. Karen Meusemann
Wissenschaftliche Forschungsreferentin
k.meusemann@leibniz-lib.de
+49 (0)228 9122 307

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