Sonderausstellung „Urpferd 2.0“ in Hamburg und Bonn

©Jonas Lauströer, Amir Andikfar, Martin Fischer

 

Wie könnte das Urpferdchen ausgesehen haben? War sein Fell gescheckt oder gestreift? Wie hat sich der kleinere, in Wäldern lebende Verwandte unserer heutigen Pferde bewegt? Die Sonderausstellung „Urpferd 2.0“ geht diesen Fragen auf den Grund. Die Original-Fossilien und virtuelle Rekonstruktionen umfassende Schau ist vom 17. August 2021 bis 23. Januar 2022 im Geologisch-Paläontologischen Museum in Hamburg zu sehen. Anschließend wandert die  Sonderausstellung an unseren Bonner LIB-Standort ins Museum Koenig.

Vor 110 Jahren stießen Arbeiter in der Grube Messel bei Darmstadt beim Abbau knapp 50 Millionen Jahre alter Gesteine auf das erste Urpferdchen. In den nachfolgenden 50 Jahren wurden an dieser weltweit bedeutendsten Fundstelle für diese Huftiere fast 70 mehr oder weniger vollständige Urpferd-Skelette geborgen. Seit 1995 gehört die Grube Messel zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Ein dort 2015 geborgenes Propalaeotherium voigti, einen 48 Millionen Jahre alten Urpferdhengst, haben Forschende jetzt mit neuesten digitalen Techniken untersucht. In enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. Martin S. Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena haben die Hamburger Illustratoren Amir Andikfar und Jonas Lauströer das Urpferdchen in seiner ursprünglichen Gestalt rekonstruiert und sogar zum Laufen gebracht. Die Sonderausstellung „Urpferd 2.0“ spielt mit hochauflösenden Computertomographien und 3D-Animationen verschiedene Möglichkeiten durch, wie das Urpferdchen ausgesehen haben könnte. Gleichzeitig bekommen Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Wissenschaft der Paläontologie: in die Bergung eines Fundes, die Präparation von Fossilen und die Animation eines Urpferd-Skelettes.

Die Sonderausstellung „Urpferd 2.0“ – eine Leihgabe des Hessischen Landesmuseums Darmstadt – ergänzt die Sonderausstellung „Eozän – Am Beginn unserer Welt“, die parallel bis zum 23. Januar 2022 im Zoologischen Museum in Hamburg präsentiert wird. Die Ausstellung zum Eozän ist eine Zeitreise in die Erdgeschichte vor 56 bis 34 Millionen Jahren. In dieser Zeit, zehn Millionen Jahre nach dem Aussterben der Dinosaurier, erreichten Säugetiere und Vögel wieder eine enorme Artenvielfalt in einer Welt, in der Süddeutschland von einem paratropischen Wald bedeckt wurde.

Zur Neugestaltung des Eingangsbereiches im Geologisch-Paläontologischem Museum

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