Wirbeltier-Emeritus Hutterer wird besondere Ehre zuteil

Emeritus Dr. Rainer Hutterer im Magazin-Säugetiere des Museum Koenig Bonn. © LIB, K. Meusemann

 

37 Jahre lang war er der Kurator der Abteilung Wirbeltiere am Museum Koenig Bonn. Dr. Rainer Hutterer hat die Forschungslandschaft mit über 100 Fachartikeln bereichert und wird nun in besonderer Form von einem Fachkollegen geehrt: Eine neu beschriebene Kleinohrspitzmaus-Art heißt nun Cryptotis huttereri.

Dr. Neal Woodmann vom National Museum of Natural History in Washington D.C. hat zwei neue Arten von Kleinohrspitzmäusen der Gattung Cryptotis aus der Andenregion im Südwesten Kolumbiens beschrieben. Eine Art davon heißt nun Cryptotis huttereri – zu Ehren des deutschen Säugetierkundlers Dr. Rainer Hutterer, Sektion Theriologie am Museum Koenig Bonn. Rainer Hutterer ist nach wie vor am Museum Koenig Bonn – nun als Emeritus – aktiv und freut sich über diese Ehre: „Ich finde das natürlich cool und zugleich war ich auch überrascht, denn ich habe es erst durch die Veröffentlichung mitbekommen.“

In der „Etymologie“, also der Erläuterung zur Namensherkunft, der englischsprachigen Artbeschreibung in der Zeitschrift „Annals of Carnegie Museum“ heißt es übersetzt: „Der spezifische Name huttereri würdigt Dr. Rainer Hutterer […] und seine umfangreichen Beiträge zum wissenschaftlichen Verständnis der Vielfalt, Ökologie, Morphologie und Evolution von Soriciden [Anmerkung der Redaktion: Familie der Spitzmäuse] und anderen Säugetieren weltweit, sowie zur Archäozoologie und Wissenschaftsgeschichte. Obwohl er sich in erster Linie auf die Faunen Eurasiens und Afrikas konzentriert, hat er auch über Cryptotis (Hutterer 1980, 1986) publiziert und wesentlich zur Beschreibung einer kleinohrigen Spitzmaus aus Peru beigetragen.“

Rainer Hutterer beschrieb in seiner Schaffenszeit bisher etwa 200 neue Arten und kennt sich insbesondere mit Spitzmausarten gut aus: „Neue Arten von Spitzmäusen zu beschreiben ist ziemlich schwierig. Man muss sehr umfangreich, sorgfältig und detailliert arbeiten , da sich die Arten meist nur in sehr kleinen Details unterscheiden. Insgesamt gibt es weltweit nur rund 600 beschriebene Arten, in Deutschland nur neun. Leider gibt es in Deutschland nur sehr wenige Forschende, die sich mit der Taxonomie von Spitzmäusen beschäftigen“, sagt der Emeritus.

Aufnahmen des Schädels der Kleinohrspitzmaus-Art Cryptotis huttereri. © Neal Woodman, bearbeitet von C. Montermann (LIB)

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