Ein Jahr LIB: Gemeinsam forschen und handeln

 Beim Museum der Natur Hamburg: Prof. Dr. Bernhard Misof, Dr. Christiane Fricke, Katharina Fegebank, Prof. Dr. Matthias Kleiner und Prof. Dr. Hauke Heekeren (von l. nach r.). © Benjamin Pichelmann

 

Mit vereinten Kräften die Natur erhalten und die Zukunft gestalten: Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) hat mit diesem Ziel vor einem Jahr seine Arbeit vor dem Hintergrund einer zunehmenden Biodiversitätskrise aufgenommen. Unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft konnte sich das LIB mit dem Museum Koenig Bonn und dem Museum der Natur Hamburg inzwischen im Wirkungsfeld von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ausrichten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LIB ergründen in heimischen Regionen sowie in den Biodiversitätshotspots dieser Welt, wie unsere Natur funktioniert und wo die Ursachen für den derzeitigen Artenschwund liegen. Sie erarbeiten wissenschaftliche Ergebnisse als Datenbasis für die Entwicklung von Maßnahmen, um Biodiversität auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Der Austausch mit Gesellschaft und Politik zu diesen wesentlichen Herausforderungen unserer Zeit ist ein essentieller Aspekt der Arbeit am LIB. Im Gespräch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit möchte das LIB gesellschaftlich relevantes Handeln für den Erhalt einer vielfältigen Natur bewirken.

Im Zuge der Zusammenführung des ehemaligen Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig zum 1. Juli 2021 sind fast 60 weitere Mitarbeitende eingestellt worden. Derzeit sind über 300 Mitarbeitende des LIB in Bonn und Hamburg beschäftigt. Projekte mit internationalen Partnern wie das Caucasus Barcode of Life-Projekt (CaBOL) und das German-Ecuadorian Biodiversity Consortium (BIO-GEEC) laufen bereits standortübergreifend. Ausstellungen wie „Urpferd 2.0“ und „Facettenreiche Insekten“ werden sowohl in Hamburg als auch in Bonn gezeigt.  Vermittlungsangebote erstrecken sich über Ländergrenzen hinweg.

„Wir wachsen zusammen. Bei der Entwicklung neuer Projekte ergänzen sich die beiden Standorte komplementär in Forschung und Wissenstransfer. Wir schärfen unsere Ziele und bauen eine Struktur auf, die das individuelle Profil beider Standorte herausarbeitet und gleichzeitig deren Stärken zusammenbringt. Zudem erweitern wir unseren Aktionsradius mit neuen Gebäuden zur Forschungsinfrastruktur in Bonn und einem geplanten neuen Naturkundemuseum in Hamburg“, bilanziert Prof. Dr. Bernhard Misof, Generaldirektor des LIB, anlässlich der Festveranstaltung zum einjährigen Bestehen des LIB am heutigen 23. Juni 2022. Die Veranstaltung ist gleichzeitig Anlass, Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammenzubringen und die Arbeit des LIB vorzustellen.

„Die Zeit drängt“, betont Misof. „Denn während wir die einzigartige Vielfalt der Natur verlieren, stehen wir erst am Anfang, diese zu verstehen. Ein großer Teil der Biodiversität ist bisher noch unentdeckt. Doch nur, wenn wir Biodiversität erfassen und Veränderungen in Ökosystemen verstehen, können wir gemeinsam sinnvolle Gegenmaßnahmen entwickeln. Unser Museum Koenig Bonn und das Museum der Natur Hamburg bieten unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft und im Zusammenspiel von Forschung, Sammlung, Ausstellung und Vermittlung eine sehr gute Arbeitsbasis, um wirksam den Herausforderungen der Biodiversitätskrise zu begegnen.“

Als Gastredner der LIB-Festveranstaltung stellt Prof. Dr. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, heraus: „Die Leibniz-Forschungsmuseen bilden ein einzigartiges, nach innen und außen profilgebendes Alleinstellungsmerkmal der Leibniz-Gemeinschaft. Ich freue mich, dass diese mit dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) um den neuen und bedeutenden Standort Hamburg erweitert wurde.“

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, sagt: „Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) ist ein herausragendes Beispiel für erfolgreiche, standortübergreifende Forschung und einen gewinnbringenden Wissenstransfer. Ich freue mich, dass wir heute das einjährige Bestehen der Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Bonn feiern. Gemeinsam leisten die beiden Standorte Großartiges bei der Vermittlung von Wissen über unsere biologische Vielfalt und die Veränderungen unseres Ökosystems. Das LIB ist damit zu einem wichtigen Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Hamburg geworden, der unsere Stadt in der Zukunft noch entscheidend prägen wird.“

Als weitere Redner der Festveranstaltung sind Prof. Dr. Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg, sowie Dr. Christiane Fricke, Gruppenleiterin Außeruniversitäre Forschungsorganisationen, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, vertreten.

Der Öffentlichkeit stellt sich das LIB mit dem Museum der Natur Hamburg und den Bereichen Zoologie, Mineralogie und Geologie-Paläontologie am 25. Juni 2022 von 10 bis 17 Uhr im Rahmen eines Tages der offenen Tür vor.

Informationen zum Programm

Prof. Dr. Bernhard Misof, Generaldirektor des LIB, begrüßt zur Festveranstaltung. © Benjamin Pichelmann
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke. © Benjamin Pichelmann
Prof. Dr. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft bei seinem Grußwort. © Benjamin Pichelmann
Der neue Name „Museum der Natur“ wird mit Tieren aus der Ausstellung am Eingang zur Zoologie präsentiert. © Benjamin Pichelmann
Infos über das LIB, Museum der Natur und die Sonderausstellung „Facettenreiche Insekten“ zum Mitnehmen. © Benjamin Pichelmann
Fossilien und Mineralien werden vom Zentrum für Biodiversitätsmonitoring und Naturschutzforschung gezeigt. © Benjamin Pichelmann
Zwischen heimischen Säugern des Museums der Natur findet die Festveranstaltung statt. © Benjamin Pichelmann
LIB-Mitarbeitende aus den Bereichen Forschung und Wissenstransfer präsentieren ihre Projekte. © Benjamin Pichelmann
Auf Bildschirmen werden Forschungsinhalte gezeigt und von Experten erklärt. © Benjamin Pichelmann

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