Ein Fünftel der weltweiten Reptilienarten ist vom Aussterben bedroht

Königskobra (Ophiophagus hannah)  aus Zentral-Thailand. © Mark Auliya

 

Erstmals klärt eine Studie umfassend über die akute Bedrohung von Schildkröten, Krokodilen, Eidechsen, Schlangen und Brückenechsen auf. Daten von Forschenden aus 24 Ländern auf sechs Kontinenten wurden im Rahmen der globalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN – International Union for Conservation of Nature) zusammengetragen und in der Fachzeitschrift “Nature” veröffentlicht. Laut der Veröffentlichung, die mit Beteiligung des LIB entstand, sind mindestens 21 Prozent aller Reptilienarten weltweit stark gefährdet.

Jede fünfte Reptilienart ist vom Aussterben bedroht: Mehr als 900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren unter Leitung von NatureServe, IUCN und Conservation International an der globalen Bewertung des Schutzstatus von insgesamt 10.196 Reptilienarten beteiligt. Sie analysierten den Bedrohungsgrad der Reptilien im Vergleich zu Säugetieren, Vögeln und Amphibien, über die bereits umfassende Daten vorliegen.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass die Forschung zum Schutz von Reptilien nicht länger im Schatten der Forschung zu Amphibien, Vögeln und Säugetieren stehen darf. Es ist besorgniserregend, dass mehr als ein Fünftel aller bekannten Reptilienarten bedroht sind“, erklärt Dr. Mark Auliya, der für das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB), Museum Koenig Bonn als Reptilienexperte an der Studie mitgearbeitet hat.

Ebenso wie Vögel, Säugetiere und Amphibien werden auch Reptilien durch Landwirtschaft, Abholzung, Urbanisierung, Handel und invasive Arten bedroht. Arten die in Wäldern leben, sind durch diese Faktoren stärker gefährdet als Reptilien in trockenen Lebensräumen. Die Forschungsergebnisse zeigen aber auch, dass bedrohte Reptilienarten von Schutzmaßnahmen für andere Landwirbeltiere profitieren können.

„Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit müssen nun in konkrete Forschungsaktivitäten einfließen, um den Gefährdungsgrad bestimmter Arten einzuordnen und daraus gezielte Schutzmaßnahmen abzuleiten. Für die nachhaltige Erhaltung der Reptilienvielfalt und ihrer angestammten Ökosysteme ist ein interdisziplinärer Ansatz unter Einbeziehung der verantwortlichen Akteurinnen und Akteure eine unabdingbare Voraussetzung, um die Zunahme der bedrohten Arten zu stoppen“, fordert Mark Auliya.

Die Ergebnisse dienen als Grundlage, um Veränderungen des Aussterberisikos zu messen und die Fortschritte bei der Erholung der Arten im Laufe der Zeit zu verfolgen.

 

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