Unser Schatz des Monats: Ein gut getarnter Nachtfalter mit „Abschreckfunktion“


© LIB

 

Abgebildte Art: Automeris liberia Cramer, Männchen, diese Art ist in Südamerika weit verbreitet

„Nachts sind alle Motten grau“ – dieses etwas abgewandelte Sprichwort widerlegt der abgebildete Nachtfalter aus Südamerika eindrucksvoll. Natürlich gibt es viele graue, braune oder grünliche Motten bzw. Nachtfalter. Diese sind gut getarnt auf einem natürlichen Untergrund (Rinde, Erde, totes Laub, Moos) und entgehen so mit etwas Glück ihren Feinden, vor allem Vögeln. Auch der abgebildete Falter ist gut getarnt, solange er seine auffälligen Hinterflügel unter den Vorderflügeln verbirgt. Wird er jedoch trotzdem entdeckt oder beunruhigt, so öffnet er blitzschnell seine Vorderflügel und präsentiert die gelben Hinterflügel mit den prägnanten Augenflecken. So mancher Feind wird überrascht von der Beute ablassen, die dadurch eine Chance zur Flucht erhält. So wird die Überlebensrate und damit auch der Fortpflanzungserfolg der Art erhöht. Mimese und Mimikry, Tarnen kombiniert mit Warnen: vielleicht ist deshalb die Artenzahl der neotropischen Augenspinner-Gattung Automeris Hübner (Fam. Saturniidae) mit ca. 135 Arten, die alle diese Augenflecken aufweisen, recht hoch.
In den Schmetterlingssammlungen[SH1]  des LIB befinden sich einige Tausend Exemplare aus vielen Gattungen dieser sehr eindrucksvollen Nachtfalterfamilie.

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